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Mehr Haus für alle möglich machen

Tipps zum Bauen und Planen von KS-Hausbau
Früher war es in einer Familie normal, dass mehrere Generationen unter einem Dach lebten und sich gegenseitig geholfen haben. In vielen Kulturen ist dies heute noch selbstverständlich. Auch bei uns geht die Entwicklung aus den verschiedensten – oft auch wirtschaftlichen – Gründen wieder dorthin zurück. So sind ganz neue Formen des Zusammenlebens entstanden, bei denen zum Teil fremde Menschen verschiedenen Alters gemeinsam unter einem großen Dach leben ... Warum Menschen in ein Mehrgenerationenhaus einziehen ist unterschiedlich: der soziale Aspekt wie gegenseitige Hilfe zwischen Jung und Alt, Schutz vor Vereinsamung oder das Gefühl, auch im Alter noch gebraucht zu werden, sind oft Beweggründe. Die Bewohner bringen dort ihr Potenzial und ihre Fähigkeiten zum Wohl der Hausgemeinschaft ein. Und natürlich hat dieses Konzept auch wirtschaftliche Vorteile. Ein vorbildliches Projekt hat das Studentenwerk »Seezeit« in Konstanz im Mai letzten Jahres ins Leben gerufen: Unter dem Motto »Wohnen für Hilfe« unterstützen Studierende ihren Vermieter im Alltag und sparen so einen Teil der Mietkosten. Studenten, die bei Senioren einziehen, erhalten für jede Stunde Alltagshilfe (zum Beispiel für Einkäufe, Gartenpflege, Wohnungsputz oder Gesellschaft) einen festgelegten Rabatt auf die Monatsmiete. Bisher wurden zehn dieser Alt-Jung-WGs vermittelt, deren Partner sich in dieser Wohnform sehr wohlfühlen. Mitmachen können Senioren sowie Familien und Menschen mit Behinderung, die Platz für einen Mitbewohner haben und sich Hilfe bei einfachen Aufgaben wünschen. Andererseits sind Studierende gefragt, die günstig wohnen möchten und dafür ihren Vermieter mit den vereinbarten Tätigkeiten unterstützen. Dieses Prinzip wird in 20 Hochschul-Städten bereits seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführt. Auch innerhalb der Familie geht der Trend zurück zum Mehrgenerationenhaus: Immerhin die Hälfte der Deutschen kann sich vorstellen, im Alter mit den eigenen Kindern zusammenzuwohnen. Zwei Drittel aller pflegebedürftigen Menschen werden von ihren Angehörigen in der Familie gepflegt. Der erfahrene Immobilienexperte Bodo Lauterborn, Geschäftsführer der »KS Hausbau GmbH« in Hilzingen, erläutert, worauf es beim Mehrgenerationen-Wohnen ankommt: »Wenn zwei oder mehr Generationen unter einem Dach leben, also zum Beispiel die Familie samt Kindern mit den eigenen Eltern oder den Schwiegereltern, dann hat das natürlich viele gute Seiten. Zum einen gibt es Steuervorteile, wenn die Kinder die Immobilie kaufen und den Eltern eine Wohnung darin vermieten. Die Mieteinnahmen helfen dabei, die Finanzierungskosten zu senken. Auch beim Bau kann man enorme Kosten sparen: Man benötigt beispielsweise nur ein Grundstück, eine Heizung, einen Wasser- und Kanalanschluss und auch nur einen Stromanschluss usw. Mit Oma und/oder Opa ist eine zuverlässige Betreuung für die Kinder in greifbarer Nähe. Umgekehrt sind die Eltern für den möglichen Fall einer Pflege ebenfalls nicht weit weg und das reduziert die Belastung. Auch die Älteren sind nicht mehr alleine im Haus. Durch gegenseitige Hilfe im Haushalt bzw. Garten geht vieles leichter. Beim gemeinsamen Einkaufen oder Kochen spart man Zeit und Geld. Es gilt aber auch, die Nachteile abzuwägen, denn die Eltern beziehungsweise Schwiegereltern sind fast immer in der Nähe und mischen sich unter Umständen ins Leben ein. Versteht man sich gut genug dafür? Kommen alle Parteien mit der Umgebung zurecht? Wichtig ist, auf abgeschlossene Wohneinheiten und ausreichende Rückzugsmöglichkeiten zu achten.«